Anno 1917 eröffneten die Engländer die Schlacht von Cambrai mit dem ersten Panzergroßangriff der Kriegsgeschichte. Eine Stahlwalze aus 480 englischen Panzern – unterstützt von acht Divisionen, 400 Fliegern, 1000 Feldschlangen und 1530 Maschinengewehren – rollte auf unsere vier Divisionen zu. Diese verfügten nur über 490 Feldschlangen und 900 Maschinengewehre und wurden daher regelrecht überrollt. Allerdings hatten die Engländer ihre Truppen vorher in Flandern verheizt und erst als der Vorstoß erfolgt war, wurden Verstärkungen in Bewegung gesetzt. Die unsrigen trafen vorher ein und bauten nicht nur eine neue Verteidigungslinie auf, sondern gingen schon zehn Tage später zum Gegenangriff über. Die Engländer wurden geworfen und mußten das Schlachtfeld mit einem Verlust von 45,000 Kriegsknechten, 250 Panzern und 150 Feldschlangen wieder räumen. Wir Deutschen haben 41,000 Mann und 140 Feldschlangen verloren. Befehligt unsere II. Armee in der Schlacht unser General Georg von der Marwitz und die Oberste Heeresleitung hatten unser Feldmarschall Paul von Hindenburg und sein Stabschef Erich Ludendorff inne. Unser Generalstabschef berichtet uns dann auch in seinen Kriegserinnerungen von der Schlacht von Cambrai. Wir hören von der Ausgangslage und den Anfangserfolgen der Engländer: https://archive.org/details/Ludendorff-Erich-Meine-Kriegserinnerungen

Im Westen entspannte sich die durch die Schlacht in Flandern und die Schlacht um die Laffaux-Ecke und deren Nachwehen entstandene Krise. Wir warteten auf die Fortsetzung der Angriffe in Flandern und an der französischen Front, da traf uns am 20. November überraschend bei Cambrai ein neuer Schlag. Die Siegfriedstellung war nur schwach besetzt. Die Kämpfe weiter nördlich, namentlich die starken Truppenansammlungen in Flandern, hatten die Heeresgruppe Rupprecht mit Zustimmung der Obersten Heeresleitung veranlaßt, die in der Siegfriedstellung stehenden Divisionen – abgekämpfte oder Landwehrdivisionen – immer weiter zu strecken. Hier trat dadurch ein ernstliches Gefahrenmoment ein, das wir sofort auszugleichen erstrebten. Der Austausch müder West- gegen kampfkräftige Ostdivisionen hatte bei dem Stande der Dinge im Osten begonnen. Die um Mitte November im Osten abfahrende CVII. Infanteriedivision war für die Gegend von Cambrai bestimmt. Sie war mit ihrem Anfang dort gerade eingetroffen, als der feindliche Stoß erfolgte. Der Engländer hatte unter dem Schutze der Dunkelheit und der großen Waldungen von Havrincourt während mehrerer Nächte bedeutende Tankgeschwader und Kavalleriedivisionen zwischen den von Bapaume und Peronne auf Cambrai führenden Straßen zusammengezogen und war am 20. frühzeitig nach kurzem, kräftigem Feuerschlag seiner Artillerie zum Angriff angetreten. Die Tanks überfuhren Hindernisse und Gräben und öffneten so der nachfolgenden Infanterie und den Kavalleriedivisionen den Weg. Als ich bald nach acht Uhr morgens mit dem Generalstabschef der II. Armee sprach, meldete er mir bereits feindliche Einbrüche in unsere Front. Ich setzte darauf sofort einige Divisionen, die hinter der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz noch mehr oder minder unausgeruht standen, mit der Bahn in der Gegend und Cambrai und südlich in Bewegung und bat die Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht, ihrerseits Kräfte in die Gegend nördlich Cambrai zu schieben. General von Kuhl war, noch bevor er Nachricht von der Schlacht bei der II. Armee hatte, im Kraftwagen zur IV. Armee gefahren. Das Inmarschsetzen der Divisionen dieser Heeresgruppe verzögerte sich dadurch. Der Befehl an eine Truppe zum Abtransport mit der Bahn bedeutet noch nicht ihr Eintreffen. Sie muß zu den Einladebahnhöfen marschieren, hier sind Züge bereitzustellen. Auf den einzelnen Strecken können die Züge sich nur in zeitlich bestimmen Zwischenräumen folgen; dazu kommt die Fahrtdauer. Es vergingen daher meistens zwei bis drei Tage und mehr, ehe ehe Division in etwa 30 Eisenbahnzügen ihr Ziel erreichte; selten ließ es sich schneller einrichten. Der erste Zug mit Verstärkungen konnte vor dem 21. früh nicht bei Cambrai eintreffen; der 23. November mußte herankommen, bis hinreichende Kräfte vereinigt waren, um sich dem feindlichen Angriff entgegenzustellen. Das Fehlen von Kraftwagenkolonnen zum Truppentransport machte sich hier empfindlich bemerkbar.“

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Daß die Logik diesen sicheren Gang schon von den ältesten Zeiten her gegangen sei, läßt sich daraus ersehen, daß sie seit dem Aristoteles keinen Schritt rückwärts hat tun dürfen, wenn man ihr nicht etwa die Wegschaffung einiger entbehrlicher Subtilitäten, oder deutlichere Bestimmung des Vorgetragenen als Verbesserungen anrechnen will, welches aber mehr zur Eleganz, als zur Sicherheit der Wissenschaft gehört. Merkwürdig ist noch an ihr, daß sie auch bis jetzt keinen Schritt vorwärts hat tun können, und also allem Ansehen nach geschlossen und vollendet zu sein scheint.“ – Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft

Wenn selbst unser Kant dem Aristoteles Tribut zollt, so wollen wir Panzertiere da nicht Abseits stehen. Im Altertum gründete Aristoteles seine eigene Denkschule und einige Naturwissenschaften und war der Lehrer Alexanders des Großen. In Form mitgeschriebener Vorträge sind seine Abhandlungen über die Dichtkunst, Metaphysik, Redekunst, Logik, Staatskunst oder Sittenlehre auf uns gekommen. Der Rückgriff auf den Aristoteles tut in unseren finsteren Tagen wahrhaft Not. Denn vielfach vermag der alte Grieche Licht ins Dunkel zu bringen, so etwa auch in die Frage des lieben Geldes. Wer bei dem ganzen Papier-, Buch-, Fiat-, Voll-, Frei- oder Schwundgeld schon lange den Überblick verloren hat, der findet in der Nikomachischen Sittenlehre Rat oder zumindest eine Erklärung, was das Geld vernünftigerweise sein soll: http://www.zeno.org/Philosophie/M/Aristoteles/Nikomachische+Ethik

Geschieht jenes aber nicht, so ist keine Gleichheit da, und ein geordneter Verkehr und Austausch kann nicht stattfinden. Denn nichts hindert, daß die Leistung des einen wertvoller sei als die des anderen, und folglich muß hier ein Ausgleich geschafft werden. Dasselbe Verhältnis findet sich bei den anderen Künsten und Handwerken. Es wäre um sie geschehen, wenn der Werkmeister nicht tätig ein Produkt schüfe, das sich quantitativ und qualitativ bewerten ließe, und nicht leidend dafür sowohl quantitativ als qualitativ entsprechend ausgelohnt würde. Denn aus zwei Ärzten wird keine Gemeinschaft, sondern aus Arzt und Bauer, und überhaupt aus verschiedenen und ungleichen Personen, zwischen denen aber eine Gleichheit hergestellt werden soll. Daher muß alles, was untereinander ausgetauscht wird, gewissermaßen gleich den Zahlen addierbar sein, und dazu ist nun das Geld bestimmt, das sozusagen zu einer Mitte wird. Denn das Geld mißt alles und demnach auch den Überschuß und den Mangel; es dient also z. B. zur Berechnung, wie viel Schuhe einem Hause oder einem gewissen Maße von Lebensmitteln gleich kommen. Es kommen also nach Maßgabe des Verhältnisses eines Baumeisters zu einem Schuster so und so viel Schuhe auf ein Haus oder auf ein gewisses Maß von Lebensmitteln. Ohne solche Berechnung kann kein Austausch und keine Gemeinschaft sein. Die Berechnung ließe sich aber nicht anwenden, wenn nicht die fraglichen Werte in gewissem Sinne gleich wären. So muß denn für alles ein Eines als Maß bestehen, wie vorhin bemerkt worden ist. Dieses Eine ist in Wahrheit das Bedürfnis, das alles zusammenhält. Denn wenn die Menschen nichts bedürften oder nicht die gleichen Bedürfnisse hätten, so würde entweder kein Austausch sein oder kein gegenseitiger. Nun ist aber kraft Übereinkunft das Geld gleichsam Stellvertreter des Bedürfnisses geworden, und darum trägt es den Namen Nomisma (Geld), weil es seinen Wert nicht von Natur hat, sondern durch den Nomos, das Gesetz, und es bei uns steht, es zu verändern und außer Umlauf zu setzen. So hat man denn eine wirkliche Wiedervergeltung, wenn eine Gleichung von der Art durchgeführt wird, daß wie der Bauer zum Schuster, so die Leistung des Schusters sich zu der des Bauers verhält. Man muß aber bei Herstellung des Ausgleiches die verschiedenen Glieder des Verhältnisses nach dem Schema der Proportionalität einsetzen, weil sonst auf das eine der beiden Extreme ein doppeltes Plus entfiele. Dagegen wenn jeder das Seine bekommt, dann stehen sie sich gleich, und es kann ein geregelter Verkehr stattfinden, weil diese Gleichheit zwischen ihnen verwirklicht werden kann. Gesetzt wir haben Bauer a, einen Scheffel Getreide c, Schuster b, seine nach der Regel des Ausgleichs bemessene Leistung d. Ließe sich die Wiedervergeltung nicht in dieser Weise durchführen, so gäbe es keine Gemeinschaft des Verkehrs. Daß aber das Bedürfnis als eine verbindende Einheit die Menschen zusammenhält, erhellt daraus, daß wenn kein Teil des anderen bedarf, oder auch nur der eine des anderen nicht, sie in keinen Verkehr des Austausches treten, wie sie es tun, wenn der eine Teil dessen benötigt, was der andere hat, z. B. Wein, und darum die Getreideausfuhr freigibt. Hier ist also eine Gleichheit herzustellen. Für einen späteren Austausch ist uns, wenn kein augenblickliches Bedürfnis dafür vorliegt, das Geld gleichsam Bürge, daß wir ihn im Bedürfnisfalle vornehmen können. Denn wer mit Geld kommt, muß nach Bedarf erhalten können. Freilich geht es mit dem Gelde, wie mit anderen Dingen: es behält nicht immer genau seinen Wert. Jedoch ist derselbe naturgemäß mehr den Schwankungen entzogen. Daher muß alles seinen Preis haben; denn so wird immer Austausch und somit Verkehrsgemeinschaft sein können. Das Geld macht also wie ein Maß alle Dinge kommensurabel und stellt dadurch eine Gleichheit unter ihnen her. Denn ohne Austausch wäre keine Gemeinschaft und ohne Gleichheit kein Austausch und ohne Kommensurabilität keine Gleichheit. In Wahrheit können freilich Dinge, die so sehr von einander verschieden sind, nicht kommensurabel sein, für das Bedürfnis aber ist es ganz gut möglich. Es muß also ein Eines geben, welches das gemeinsame Maß vorstellt, und zwar kraft positiver Übereinkunft vorstellt, weshalb es auch Nomisma heißt, gleichsam vom Gesetz, Nomos, aufgestelltes Wertmaß.“

Der Met muß heute wahrlich reichlich getrunken werden! Unser Wüstenfuchs Erwin Rommel hat nämlich Geburtstag. Dazu lassen wir natürlich auch unsere deutschen Panzer in Afrika musikalisch vorrollen: https://www.youtube.com/watch?v=stMEHLpXmbM Zur Welt kam unser Rommel Anno 1891 in Heidenheim im Schwabenland. Dem Kriegshandwerk widmete er sich ab Anno 1910 und als junger Offizier zog er in den Vierjährigen Krieg. Seine größte Waffentat in diesem war die Erstürmung des Berges Matajur Anno 1917, wofür unser Wüstenfuchs den Blauen Verdienstorden Friedrichs des Großen erhalten hat. Die düsteren Tage der Novemberverbrecher überdauerte er bei unserer Reichswehr. Sein erstes Kommando war das unserer VII. Panzerdivisionen Anno 1940 im Feldzug gegen Gallien. Hierbei stieß unser Wüstenfuchs verwegen vor und brachte damit seiner Division den Spitznamen „Gespensterdivision“ ein, weil diese immer da erschien, wo der Feind am wenigsten mit ihr gerechnet hat. Anno 1941 ging es nach Afrika, wo unser Rommel die Niederlage der Italiener gegen die Engländer ausbügelte und diese nach Ägypten zurückwarf. Für die Einnahme der englischen Festung Tobruk erhielt er Anno 1942 seinen Marschallstab. Nach den Engländern wollten es auch die Amerikaner wissen und landeten im Rücken unseres Rommels. Bei Kasserine schlug er ihnen dennoch aufs Haupt. Seinen letzten Kampf bestritt unser Rommel in der Normandie, wo er sich der englisch-amerikanischen Übermacht entgegenstellte… Berühmt ist unser Rommel für seine Panzerlisten, so gelang es ihm Anno 1941 den Engländern weiszumachen, daß der sehr viel mehr Panzerkampfwagen mitgebracht hätte, indem er seine wenigen Panzer immer wieder um den selben Häuserblock (in veränderter Zusammensetzung) fahren ließ. Entsprechend ergriffen die getäuschten Engländer auch die Flucht aus der Cyrenaica:

„Es wurde inzwischen immer deutlicher, wie sehr der Feind unsere Kräfte überschätzte. Auf jeden Fall sollten die Briten in diesem irrigen Glauben belassen werden und weiterhin annehmen, daß es sich bei unserem Vorstoß um eine großangelegte Offensive handle. Natürlich war ich zur Stunde nicht in der Lage, mit der Masse meiner Truppen hinter dem Gegner nachzudrängen, es erschien mir aber möglich, mit Vorausabteilungen den Feind so unter Druck zu halten, daß er seine Bewegungen nach rückwärts fortsetzte. Nach 24 Stunden hoffte ich, auch stärkere Teile meiner Truppen nachführen zu können. Hierbei wollte ich die Hauptbetonung auf den Südflügel legen, über Ben-Ganina nach Tmimi stoßen und dort möglichst starke britische Teile abschneiden und vernichten. Am Abend dieses Tages fuhr ich nach Norden, um zu sehen, was mit der Aufklärungsabteilung III los sei, die in Richtung Bengasi geschickt worden war. Ich traf auf die Abteilung in der Gegend um Magrun, und Freiherr von Wechmar meldete mir, daß er bislang keine Berührung mit den britischen Truppen gehabt habe. Ein italienischer Pfarrer war uns aus Bengasi entgegengekommen und hatte die Meldung überbracht, daß diese Stadt bereits vom Gegner geräumt worden sei. Auf die Bitte von Freiherr von Wechmar hin setzte ich die Abteilung sofort auf Bengasi an. Bei meiner Rückfahrt nach Agedabia begegnete ich einem deutschen Wagen, der anscheinend von britischen Offizieren besetzt war. Wir hielten uns nicht länger auf und rechneten, daß sie schon von der Aufklärungsabteilung III abgefangen werden. Tatsächlich war dies auch der Fall. Es stellte sich heraus, daß die Tommys einen deutschen Fahrer nordwestlich Agedabia überfallen und sich seines Wagens bemächtigt hatten, um zu ihrer Truppe zu gelangen. In Anbetracht dieses Bravourstückchens hätte man es ihnen gegönnt, daß sie entkommen wären. Bei meiner Rückkehr traf ich auf meinen Gefechtsstand den italienischen Befehlshaber, General Gariboldi an, der über den Verlauf der bisherigen Kampfhandlungen wenig erfreut war und mir heftige Vorwürfe machte. Er betonte, daß diese Operationen im Widerspruch zu den Weisungen aus Rom stünden. Ferner sei die Versorgungslage der deutsch-italienischen Truppe keineswegs so gesichert, daß man ein derartiges Unternehmen und die daraus entspringenden Folgen verantworten könne. Er verlangte, daß ich die Operation einstelle. Weitere Bewegungen sollten nur mit seiner ausdrücklichen Genehmigung erfolgen. Ich wollte mir von Anfang an möglichst große operative und taktische Freiheit erkämpfen und dachte im übrigen gar nicht daran, die sich bietende günstige Gelegenheit ungenutzt verstreichen zu lassen. Es kam so zu einer ziemlich heftigen Auseinandersetzung, bei der ich mit aller Deutlichkeit meinen Standpunkt darlegte. General Gariboldi wollte zunächst die Genehmigung der römischen Befehlsstellen einholen, doch darüber konnten Tage vergehen. Ich ließ mich nicht darauf ein und sagte, daß ich weiterhin das tun werde, was ich in der gegebenen Situation für richtig halten müsse. Nun war die Auseinandersetzung auf ihrem Höhepunkt angelangt. Wie ein rettender Engel flatterte ein Funkspruch des Oberkommandos der Wehrmacht in meinem Gefechtsstand, in dem mir völlige Handlungsfreiheit gegeben wurde, und die sehr erregte Auseinandersetzung fand einen Abschluß, der durchaus in meinem Sinne lag. In der Nacht vom 3. zum 4. April fuhr Freiherr von Wechmar mit seiner Abteilung unter großem Jubel der Bevölkerung in Bengasi ein. Die Briten hatten alle Vorräte in Brand gesteckt. Am frühen Morgen begann eine Kampfgruppe der Brescia in Regimentsstärke den Marsch auf Bengasi, um dort die Aufklärungsabteilung III für weitere Operationen freizumachen. Die V. leichte Division sollte in ihrer Masse über Ben-Ganina vorrücken. Die Ariete bekam den Befehl, auf der gleichen Strecke bis Bir-Tengeder vorzustoßen, dort nach Norden abzubiegen und el Mechili zu nehmen. Schnelligkeit der Operationen war nun alles. Wir wollten auf jeden Fall noch Teile der britischen Streitkräfte stellen, bevor sich diese völlig aus der Cyrenaica zurückgezogen hatten. Nachdem ich ah Nachmittag des 4. April mit dem Chef des Stabes und Aldinger in Bengasi gewesen war und die durch eine Panzerkompanie verstärkte Aufklärungsabteilung über Regima-Cherruba auf Mechili angesetzt hatte, flog ich am Nachmittag über Ben-Ganina in Richtung Tengeder. Auf der Piste wälzten sich meine Kolonnen nach Osten, große Staubwolken aufwirbelnd. Die Vorausabteilung glaubte ich 20 Kilometer ostwärts von Ganina zu erkennen. Am Abend dieses Tages sah es beim Gegner etwa folgendermaßen aus: Kleine Gruppen des Feindes befanden sich ostwärts von Ben-Ganina, während andere britische Kräfte Msus besetzt hielten. Die Aufklärungsabteilung war in den Abendstunden bei Regima auf einen schwächeren Gegner gestoßen und hatte ihn zurückgeworfen. Die Masse der Briten flutete zurück, sie räumten die Cyrenaica.“

Ohne unsere Minnesänger wäre das Leben in der Ritterburg wirklich nicht dasselbe. Einem der Größten gedenken wir heute, anläßlich seiner urkundlichen Erwähnung Anno 1203 (und in Ermangelung eines besseren Tages), nämlich dem Walther von der Vogelweise. Er lebte wohl von Anno 1170 bis 1230 und seine Dichtungen sind uns bis zum heutigen Tag erhalten geblieben. Unseren Walther lassen wir nun auch gleich ein paar seiner Verse zum Besten geben:

„Ach, es wär uns allen

Eines Heiles wieder Not:

Daß man rechter Freude wär wie einst bedacht.

Doch mir muß mißfallen,

Schier zu meiner Freude Tod,

Daß der Jugend Freude heut fast Schmerzen macht.

Was nützt ihr denn der junge Leib,

Mit dem die Jugend sollte minnen?

Hei! Wolltest du auf Freuden sinnen,

Dazu hilft, Jüngling, nur ein Weib!

Freude nur gibt mir noch

Heute Grund zum Fröhlich-sein,

Um der Liebe willen, wie mein Los auch fällt.

Weilt mein Leib auch hier noch,

Ihr gehört das Herz allein;

Deshalb wohl für sinnlos mancher längst mich hält.

Und sollten sie zusammenkommen,

Mein Leib, mein Herz und beider Sinne,

So würden sie des werden inne,

Daß sie mir Freuden oft genommen.

Listger Merker Spähen

Läßt nun keinem Heil geschehn;

All ihr Lauern ärgert werter Leute viel.

Darob muß ich schmähen:

Wollt ich sie nun heute sehn,

Käm ich nicht zu meiner Freuden süßem Ziel.

Die Zeit doch, hoff ich, zu erleben,

Wo ich sie einsam treff und willig –

Dann fort! ihr Merker, wie es billig:

Dann wird mir Liebe viel gegeben.

Wohl manch einer fragt hier

Nach der Liebsten – wer sie sei,

Der ich jahrlang dienend steh in Minnelohn?

Doch das mißbehagt mir,

Darum sag ich: „Es sind drei,

Denen ich gedienet – denk der vierten schon!“

Indes weiß sie es ganz allein,

Die so mir Herz und Leib zerteilet,

Die Liebliche verletzt und heilet,

Der gern ich mag zu Willen sein.

Darum, Herrin Minne,

Greif auch sie mit Minne an,

Die mich zwingt und lange hielt in Zwang und Hut.

Dessen sei sie inne,

Daß die Minne zwingen kann –

Ach! wenn sie auch fühlte minnigliche Glut!

O möchte sie doch glauben mir,

Daß ich sie minne und sie meine;

Beweis ihr, Minne, drum das eine:

Ich dien ihr gerne – und nur ihr!“

Wir feiern heute den Geburtstag unseres preußischen Heeresreformers Gerhard von Scharnhorst, auf den wir wohl so manchen Schädel Met leeren werden. In Bordenau im Sachsenland wurde unser Scharnhorst 1755 geboren. Seit Anno 1778 befand er sich im Kriegsdienst und ging Anno 1806 zu den Preußen. Er kämpfte in der Unglücksschlacht von Jena und Auerstedt Anno 1806 und wurde danach von König Friedrich Wilhelm III. mit dem Wiederaufbau des preußischen Heeres beauftragt. Unter den Argusaugen Napoleons vollbrachte er diese Herkulesaufgabe in wenigen Jahren. Der Feldzug des Jahres 1813 war die Feuertaufe für Scharnhorsts neue preußische Armee und über deren Kämpfe hat uns unser Carl von Clausewitz einen Feldzugsbericht hinterlassen. In dem ich nun fortfahre und wie vom Beginn der preußischen Schilderhebung gegen Napoleon hören: https://archive.org/details/bub_gb_TgtRAAAAcAAJ

„Im Monat Januar 1813 fing man in Preußen die Aushebung der Mannschaft zur Ergänzung der vorhandenen und der Formation neuer Truppen an; also ungefähr zu gleicher Zeit, da Frankreich neue Truppenkorps zu bilden anfing. Innerhalb etwa zweier Monate, nämlich Ende März, war die Armee in Schlesien auf 25,000 Mann völlig formierter Truppen ohne die Festungsbesatzungen und etwa 20,000 Mann, deren Formation noch nicht ganz beendigt war, gebracht. Das Yorksche Korps aus Preußen kam 16,000 Mann stark nach der Mark. (Es hatte über 6000 Kranke.) In der Mark und in Pommern waren etwa 10,000 Mann völlig formierter Truppen ohne die Festungsbesatzungen, und 15,000 Mann in der Formation begriffen. Mithin betrug die preußische Macht: I. An völlig formierten Truppen ohne Festungsbesatzungen 50,000 Mann. II. An noch nicht ganz vollendeten Formationen 35,000 Kranke kann man annehmen 10,000 in den 8 Festungen. 15,000 Summe 110,000 Mann. Die Armee war also fast auf das Vierfache verstärkt worden. Die im März noch nicht vollendeten Formationen waren zwar Ende April, als der Krieg ausbrach, gleichfalls beendigt, hatten aber auf dem Kriegstheater in Sachsen noch nicht ankommen können. Die preußische Armee läßt sich Anfang Mai (zur Zeit der Schlacht bei Görschen) in folgende drei Rubriken fassen. I. In Sachsen: In der Schlacht bei Görschen 35,000 Mann; General Kleist bei Halle 4,000; Detachiert 1,000; Summe 40,000 Mann; An der Elbe und vor den Festungen Spandau, Stettin, Glogau, Wittenberg 30,000; Latus 70,000 Mann (aktiv gegen den Feind). III. Reserven auf dem Marsche zur Armee 15,000; IV. Festungsbesatzungen Summe 110,000 Mann. Die Landwehren waren zu dieser Zeit noch in der Formation begriffen. Nach dem Organisationsplane sollten sie 150,000 Mann stark werden. Alle diese völlig formierten Truppen waren vom besten Geiste beseelt. Ihre innere Organisation in kleine Korps zu 7-8000 Mann von allen Waffen, die mit allem Nötigen versehen waren, konnte für eine der besten gelten, die je Truppen gehabt haben. Die Befehlshaber der Korps waren: I. Der General der Kavallerie von Blücher. Unter ihm Erste Brigade, Oberst von Klür. Zweite Brigade, General von Ziethen. Reserve-Brigade (Garden), General von Röder. Kavalleriereserve, wobei alle Kürassiere, Oberst von Dolffs. II. Generalleutnant von York. Unter ihm Generalleutnant von Kleist, Oberst von Horn und General von Hünerbein. Die frühere Organisation dieses Korps hatte sich durch die beständigen Operationen, in welchen es seit dem kurländischen Feldzuge begriffen war, so oft verändert, daß sie zur Zeit der Schlacht von Görschen nicht mehr kenntlich war. Der General von York befand sich mit 8,000 Mann bei der Schlacht, unter ihm General von Hünerbein und Oberst von Horn. General von Kleist mit einem Teile des Korps und einigen Regimentern Russen, etwa 5,000 Mann stark, vor Leipzig. Der übrige Teil des Korps war teils vor Spandau, teils vor Wittenberg geblieben. III. General von Bülow. Unter ihm General von Borstell. Sie kommandierten die Korps vor den Festungen Magdeburg, Wittenberg und an der Elbe. Die Truppen vor Stettin kommandierte der Generalleutnant von Tauentzien, die vor Glogau der General von Schuler, die vor Spandau der General von Thümen. So sah die preußische Armee zur Zeit aus, als die Operationen an dem rechten Elbufer ihren Anfang nahmen. Die Umstände veranlaßten, wie gewöhnlich, auch hier eine Zersplitterung der Kräfte, an die Derjenige nicht denkt, der auf dem Zimmer, entfernt von dem Schauplatz des Krieges, die Begebenheiten kalkuliert. Die Zersplitterung mußte hier größer sein, als in gewöhnlichen Fällen; einmal, weil man eine ungewöhnliche Menge von feindlichen und eigenen Festungen hinter sich hatte, zweitens, weil Preußen die Formation seiner Militärmacht in den weit auseinander gelegenen Provinzen seines zerstückelten Reichs begonnen hatte zur Zeit, da es noch vom Feinde besetzt war, und die Kürze der Zeit nicht erlaubte mit den russischen Truppen die Stellen zu wechseln und seine Kräfte auf einem Punkt zu versammeln.“

Unser alter deutscher Kaiser Heinrich IV. aus dem Haus der Salier wurde im Jahre 1050 geboren. Es muß also getrunken und gefeiert werden. Als Sohn Kaiser Heinrichs III. und der Agnes von Poitou regierte er von 1056 bis 1105, wobei er die ersten Jahre unter der Vormundschaft seiner Mutter Agnes von Poitou stand. Seine nicht immer ganz glückliche Regierungszeit hat uns der Geschichtsschreiber Lampert von Hersfeld niedergeschrieben. Dieser gehörte allerdings zu den Gegnern Heinrich IV. und daher sind seine Aussagen mit Vorsicht zu genießen. Was man ja beim Lesen von Geschichtsbüchern immer tun sollte, denn selten schreibt diese jemand aus reiner Wahrheitsliebe und bloßen Wissensdurst nieder. Die Geschichte dient nämlich immer der Rechtfertigung der Gegenwart, die sich entweder von einer gut gesprochenen Geschichte ableitet oder sich als Gegenbild einer für böse erklärten ansieht. Bevor ich hier aber noch weitere philosophiere nun Lamperts Bericht über den Tod Kaiser Heinrichs III. und die Erhebung seines unmündigen Sohnes Heinrich IV. zu seinem Nachfolger:

„Der Kaiser feierte die Geburt der heiligen Maria in Goslar und empfing daselbst den Papst Victor, welcher auch Gebhard heißt, mit prachtvollem Aufwande als Gast, indem er, um die Feierlichkeit eines so wichtigen Tages zu erhöhen, fast allen Glanz und alle Fürsten des Reichs zusammen vereinigt hatte. Von hier begab er sich nach Botfelden, und während er hier, der Jagd obliegend, sich eine Zeit lang aufhielt, erfuhr er, daß der Markgraf Wilhelm und der Graf Dietrich mit einer unzähligen Menge des sächsischen Aufgebotes, die er gegen die Liutizen ausgesandt hatte, in einem unglücklichen Treffen erlegen wären. Und nicht lange hierauf wurde er selbst von körperlicher Beschwerde ergriffen und beschloß, nachdem er sieben oder mehrere Tage bettlägerig gewesen, sein Leben. Anwesend waren gleichsam wie zum Dienst bei einem so großen Leichenbegängnisse mit Fleiß berufen, der römische Papst, der Patriarch von Aquileia, der Oheim des Kaisers, Bischof von Regensburg, nebst unzähligen Würdenträgern, sowohl weltlichen als geistlichen Standes; und es wurde angemerkt, daß zu keiner früheren Zeit seit Menschengedenken, ohne öffentliche Ansage, so viele erlauchte Personen an einem Ort zusammengeströmt waren. Sein Leichnam wurde nach Speyer gebracht, und nachdem man nach königlichem Brauch die Totenfeier gehalten hatte, am Tage der Apostel Simon und Judas, an welchem er auch geboren war, dem Begräbnis übergeben. Das Reich erhielt statt des Vaters sein Sohn Heinrich der Vierte, ein Kindlein von fünf Jahren, im dritten Jahre nachdem er zum Könige gesalbt worden war. Allein die oberste Gewalt und die Besorgung aller nötigen Regierungsgeschäfte verblieb der Kaiserin, welche mit so großer Geschicklichkeit den Staat in seiner gefährdeten Lage aufrecht hielt, daß die Neuheit eines so wichtigen Ereignisses in demselben weder Unruhen nach Feindschaften erzeugte. Arnold, Bischof von Speyer, starb; ihm folgte Konrad. Konrad, des Kaisers Sohn, Herzog von Bajuwaren, starb. Sein Herzogtum verlieh der Kaiser der Kaiserin, um dasselbe in ihrem eigenen Rechte, so lange sie wollte, innezuhaben. Der Pfalzgraf Dedi wurde von einem gewissen bremischen Geistlichen ermordet, den er von seinem Bruder, dem Erzbischof, übernommen hatte, um ihn wegen der ihm Schuld gegebenen Verbrechen in die Verbannung zu führen; er wurde auf kaiserlichen Befehl in Goslar begraben. Markgraf Wilhelms Nachfolger war der Graf Udo, ein sehr tatenlustiger Mann und sehr naher Blutsverwandter des Königs.“

Zu Marbach im Schwabenland wurde im Jahre 1759 unser alter Dichter Friedrich von Schiller geboren. Zur Feier seines heutigen Geburtstages suche ich mir eine Stelle aus seiner Jungfrau von Orleans aus, in der unser Schiller seine Heldin gegen die englische Fremdherrschaft ihrer damaligen Zeit wettern läßt, wohl aber die gallischer seiner eigenen Zeit meinen läßt: http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Dramen/Die+Jungfrau+von+Orleans

„JOHANNA (in Begeisterung).

Nichts von Verträgen! Nichts von Übergabe!

Der Retter naht, er rüstet sich zum Kampf.

Vor Orleans soll das Glück des Feindes scheitern,

Sein Maß ist voll, er ist zur Ernte reif.

Mit ihrer Sichel wird die Jungfrau kommen,

Und seines Stolzes Saaten niedermähn,

Herab vom Himmel reißt sie seinen Ruhm,

Den er hoch an den Sternen aufgehangen.

Verzagt nicht! Fliehet nicht! Denn eh der Rocken

Gelb wird, eh sich die Mondesscheibe füllt,

Wird kein engländisch Ross mehr aus den Wellen

Der prächtig strömenden Loire trinken.

BERTRAND.

Ach! Es geschehen keine Wunder mehr!

JOHANNA.

Es geschehn noch Wunder – Eine weiße Taube

Wird fliegen und mit Adlerskühnheit diese Geier

Anfallen, die das Vaterland zerreißen.

Darniederkämpfen wird sie diesen stolzen

Burgund, den Reichsverräter, diesen Talbot,

Den himmelstürmend hunderthändigen,

Und diesen Salisbury, den Tempelschänder,

Und diese frechen Inselwohner alle

Wie eine Herde Lämmer vor sich jagen.

Der Herr wird mit ihr sein, der Schlachten Gott.

Sein zitterndes Geschöpf wird er erwählen,

Durch eine zarte Jungfrau wird er sich

Verherrlichen, denn er ist der Allmächtge!

THIBAUT.

Was für ein Geist ergreift die Dirn?

RAIMOND. Es ist

Der Helm, der sie so kriegerisch beseelt.

Seht Eure Tochter an. Ihr Auge blitzt,

Und glühend Feuer sprühen ihre Wangen!

JOHANNA.

Dies Reich soll fallen? Dieses Land des Ruhms,

Das schönste, das die ewge Sonne sieht

In ihrem Lauf, das Paradies der Länder,

Das Gott liebt, wie den Apfel seines Auges,

Die Fesseln tragen eines fremden Volks!

– Hier scheiterte der Heiden Macht. Hier war

Das erste Kreuz, das Gnadenbild erhöht,

Hier ruht der Staub des heilgen Ludewig,

Von hier aus ward Jerusalem erobert.

BERTRAND (erstaunt).

Hört ihre Rede! Woher schöpfte sie

Die hohe Offenbarung – Vater Arc!

Euch gab Gott eine wundervolle Tochter!

JOHANNA.

Wir sollen keine eigne Könige

Mehr haben, keinen eingebornen Herrn –

Der König, der nie stirbt, soll aus der Welt

Verschwinden – Der den heilgen Pflug beschützt,

Der die Trift beschützt und fruchtbar macht die Erde,

Der die Leibeignen in die Freiheit führt,

Der die Städte freudig stellt um seinen Thron –

Der dem Schwachen beisteht und den Bösen schreckt,

Der den Neid nicht kennet, denn er ist der Größte,

Der ein Mensch ist und ein Engel der Erbarmung

Auf der feindselgen Erde. – Denn der Thron

Der Könige, der von Golde schimmert, ist

Das Obdach der Verlassenen – hier steht

Die Macht und die Barmherzigkeit – es zittert

Der Schuldige, vertrauend naht sich der Gerechte,

Und scherzet mit den Löwen um den Thron!

Der fremde König, der von außen kommt,

Dem keines Ahnherrn heilige Gebeine

In diesem Lande ruhn, kann er es lieben?

Der nicht jung war mit unsern Jünglingen,

Dem unsre Worte nicht zum Herzen tönen,

Kann er ein Vater sein zu seinen Söhnen?“

Am heutigen Tag ging die Doppelschlacht von Wjasma und Brjansk zu Ende, nachdem sie einen Monat lang im Jahre 1941 getobt hat. Geführt hat in dieser Kesselschlacht unsere Truppen der Feldmarschall Fedor von Bock und mit dabei waren auch unser Panzerheinz Guderian und sein Heergeselle Hermann Hoth mit ihren Panzergruppen II und III. Ein Blick auf die Zahlen zeigt es klar und deutlich: Wir haben es hier mit einer wahren Hauptschlacht im Clausewitzschen Sinne zu tun. Wir Deutschen haben 46 Divisionen Fußvolk, eine Division Reiterei, 14 Panzerdivisionen und 8 Panzergrenadierdivisionen in die Schlacht geworfen, wogegen die Russen 84 Divisionen Fußtruppen, 9 Divisionen Reiterei, 3 motorisierte Divisionen und 13 Panzerbrigaden aufgeboten haben. Am Ende waren dann 67 russische Infanteriedivisionen, 6 Kavalleriedivisionen und 7 Panzerverbände vernichtet, 663,000 Gefangene gemacht und 1200 feindliche Panzer und 5400 Geschütze zerstört oder erobert. So und nun erklärt uns noch der alte Clausewitz, was eine Hauptschlacht ist und wozu diese im Krieg dienen soll:

„Freilich findet sich das Vernichtungsprinzip auch in anderen Mitteln mehr oder weniger, freilich gibt es Fälle, wo durch eine Begünstigung der Umstände in einem kleinen Gefecht unverhältnismäßig viel feindliche Streitkräfte vernichtet werden können (Maxen); auf der anderen Seite kann in einer Hauptschlacht oft die Gewinnung oder Behauptung eines Postens als ein sehr wichtiger Zweck vorwalten, aber im allgemeinen bleibt es vorherrschend wahr, daß Hauptschlachten nur zur Vernichtung der feindlichen Streitkräfte geliefert, und daß diese nur durch die Hauptschlacht erreicht wird. Die Hauptschlacht ist daher als der konzentrierte Krieg, als der Schwerpunkt des ganzen Krieges oder Feldzuges anzusehen. Wie sich die Strahlen der Sonne im Brennpunkt des Hohlspiegels zu ihrem vollkommenen Bilde und zur höchsten Glut vereinigen, so vereinigen sich Kräfte und Umstände des Krieges in der Hauptschlacht zu einer zusammengedrängten höchsten Wirkung. Die Versammlung der Streitkräfte zu einem großen Ganzen, welche mehr oder weniger in allen Kriegen stattfindet, deutet schon die Absicht an, mit diesem Ganzen einen Hauptschlag zu tun, entweder freiwillig wie der Angreifende, oder durch den anderen veranlaßt wie der Verteidiger. Wo nun dieser Hauptschlag nicht erfolgt, da haben sich an das ursprüngliche Motiv der Feindschaft andere ermäßigende und aufhaltende angehangen und die Bewegung geschwächt, verändert oder ganz gehemmt. Aber selbst in diesem Zustande des gegenseitigen Nichthandelns, welcher in so vielen Kriegen der Grundton gewesen ist, bleibt auch die Idee der möglichen Hauptschlacht für beide Teile immer ein Richtungspunkt, ein weit entlegener Brennpunkt für die Konstruktion ihrer Bahnen. Je mehr der Krieg wirklicher Krieg, je mehr er eine Erledigung der Feindschaft, des Hasses, ein gegenseitiges Überwältigen wird, um so mehr vereinigt sich alle Tätigkeit in blutigem Kampf, und um so stärker tritt auch die Hauptschlacht hervor. Überall, wo ein großer, positiver, also in das Interesse des Gegners tief eingreifender Zweck das Ziel ist, bietet sich die Hauptschlacht als das natürlichste Mittel dar; sie ist darum auch das beste, wie wir in der Folge noch näher zeigen werden, und es bestraft sich in der Regel, wenn sie aus Scheu vor der großen Entscheidung umgangen worden ist. Der positive Zweck gehört dem Angreifenden, und so ist die Hauptschlacht auch vorzugsweise sein Mittel. Aber ohne die Begriffe von Angriff und Verteidigung hier näher bestimmen zu können, müssen wir doch sagen, daß selbst der Verteidiger in den meisten Fällen nur dies eine wirksame Mittel hat, um früh oder spät damit den Bedürfnissen seiner Lage zu entsprechen, seine Aufgaben zu lösen. Die Hauptschlacht ist der blutigste Weg der Lösung; zwar ist sie kein bloßes gegenseitiges Morden und ihre Wirkung mehr ein Totschlagen des feindlichen Mutes als der feindlichen Krieger, wie wir das im nächsten Kapitel näher betrachten wollen, allein immer ist Blut ihr Preis und Hinschlachten ihr Charakter wie ihr Name; davor schaudert der Mensch im Feldherrn zurück.“

Anno 1741 wurde unsere große deutsche Malerin Angelika Kauffmann in Chur geboren. Klassizismus nennt sich ihre Kunstrichtung und diese besteht in der Anlehnung an das griechisch-römische Altertum. Passend dazu malte unsere Angelika Kauffmann auch zahlreiche Sagen und Geschichten aus klassischer Zeit. Daneben vielfach sich selbst und ihre Zeitgenossen. Ihr Leben bestand aus Reisen und längeren Aufenthalten in England und Italien, wo sie sich in Rom niederließ. Eine kleine Werkschau soll unsere Künstlerin ehren.

Anno 1944 begann die Allerseelenschlacht, in der die Amerikaner einmal mehr im Hürtgenwald geschlagen worden sind. In diesem deutschen Wald steckten die Amerikaner fünf Monate lang fest, obwohl wir 40 unserer 50 Divisionen kurz zuvor in der Normandie verloren hatten. Mit 12 Divisionen – rund 120,000 Kriegsknechte – griffen die Amerikaner an. Wir konnten ihnen bestenfalls 50,000 Mann entgegenstellen. Der Wald half aber bei der Verteidigung überaus und so verloren die Amerikaner 80,000 Mann, während wir 13,000 Gefallene und 15,000 Verwundete hatten. Vorteilhaft war auch, daß unsere Truppen unser Panzerfeuerwehrmann Walter Model anführte, während bei den Amerikanern das neue Scheißhaus Patton am Werk war – und der Wicht ist sich ja bekanntlich zu fein für den Stellungskrieg… Unsere Panzergrenadiere kämpfen sich bei unserem Geschichtsschreiber Max von Falkenberg weiter voran:

Außer einzelnem ungezieltem Gewehrfeuer und einigen zwischen den Häusern hin und her laufenden Gestalten gab es aus dem Abschnitt vor uns keine bedeutsamen Eindrücke. Wir waren schneller in „unseren“ Häusern beziehungsweise Ruinen, als ich mir das 100 Meter zuvor noch hätte träumen lassen. Inzwischen trafen die Reste der V. und VI. Kompanie ein. Wir konnten uns neu ordnen und zwischendurch frühstücken. Das heißt, wir steckten uns die Taschen voll aus dem überreichlichen Angebot an Plätzchen, Drops, Kaugummi, Zigaretten etc. Unseren I. Zug, auf den ich unter Feldwebel Lauer am zuverlässigsten bauen konnte, setzte ich rechts ein. Der Waldrand nördlich Vossenack, unser unbekannter Nachbarabschnitt, den ich nach wie vor mißtrauisch im Auge behielt, von dort wollte ich nicht überrascht werden. Außerdem hätte meines Erachtens ein möglicher Gegenstoß des Feindes uns nur von dieser Flanke her Probleme bringen können. Hier in dieser Häuserzeile standen wir erst einmal in einer Chancen gleichen Ausgangsposition. Links unten im Tal stand ein Knäuel deutscher und amerikanischer Panzer dicht beieinander. Ein imponierendes Bild. Ich hatte schon gehört, daß im Raume Kommerscheidt eine Panzerschlacht im Gange sei. Auch da war also allerhand los und demnach hatten wir von dieser Seite her nichts zu befürchten. Unser Nahziel, die Kirche, würden wir leicht bis Mittag erreichen. Es konnte nicht mehr weit sein. Spätestens dann würden wir Verstärkung bekommen. Bis z.um Abend müßten wir den Rest des Dorfes geschafft haben Es kam anders. Die einzelnen Gebäude und Ruinen fielen uns nicht mehr so leicht in die Hände. Wechselseitig von der einen Seite Feuerschutz und von der anderen Seite her aufrollen, das ging höchstens noch zweimal. Ab jetzt mußte jede Gruppe auf das gerade vor ihr befindliche Objekt konzentriert bleiben und damit fertig werden. Es gab auch keine Gefangenen mehr. Die Sicht verschlechterte sich rapide, durch ein Gemisch aus Pulverdampf und nassem Nebel. Die Ami-Soldaten erschienen uns im Dunst wie Riesen. Dieser Novembertag wurde zu lang für uns. An dieser Stimmungswelle, die ja mal kommen mußte, erreichte mich dazu die Meldung, daß Oberleutnant Löffler durch herabfallende Mauersteine schwer verletzt zurückgebracht werden mußte. Mit Hilfe zweier Unteroffiziere aus dieser Gruppe konnte ich die eigenen Ausfälle insofern kompensieren, indem sie mit ihren Leuten den linken Abschnitt übernehmen, während wir in der Mitte zusammenrücken konnten. Es ging wieder vorwärts nach dieser Unterbrechung, wir sahen bereits die Kirche vor uns, aber es würde auch bald dunkel werden. Ich erreichte noch einen großen Bauernhof links vor der Kirche, kein Widerstand z:war, aber mir wurde klar, das war für heute die Endstation. Die Gebäude des Gehöftes bildeten einen rechten Winkel. Der Stall- und Wirtschaftsteil mit seiner Breitseite schirmte uns in Feindrichtung ab. Dieser Abschnitt war nicht einzusehen, Büsche versperrten die Sicht, dahinter Betriebsamkeit, Motorengeräusche eines Panzers in nächster Nähe. Das mit der Scheune verbundene Wohngebäude zeigte nach Süden. Im Hauseingang lag der alte Bauer, mit graphitgrauem Pulverschleim dick überzogen. Wie lange lag er schon hier? Warum ist er nicht mit den anderen Bewohnern weggegangen? Verteidigten deshalb die Amis diesen Hof nicht? Ich mußte an die Heidedörfer meiner niederschlesischen Heimat denken, denen dieses Elend erspart blieb. Im Keller richteten wir uns ein. Mitten im Raum eine etwa ein Meter hohe Quellfassung, über ein Rohr sprudelte klares Wasser in einen Trog. Einer von uns löste amerikanisches Kaffeepulver im Feldbecher auf. Laut Gebrauchsanweisung ginge das auch mit kaltem Wasser. Warmes Essen wäre uns lieber gewesen, aber diesmal war unser umsichtiger Spieß nicht durchgekommen, zumal die Amis den hinter uns liegenden Ortsteil jetzt mit starkem Feuer belegten. Schnaps hatten sie uns nicht hinterlassen und ihre Zigaretten schmeckten uns nicht. Am frühen Abend hatte Feldwebel Lauer gemeldet, der sich in den Ruinenresten direkt vor der Kirche eingerichtet hatte, daß ein paar Leute von ihm in der Kirche in eine Schießerei verwickelt wären. Er konnte sie selbst herausholen, ohne daß wir hätten eingreifen müssen. In den Morgenstunden kam von links aus dem Tal ein Oberleutnant mit etwa 20 Mann. Phantastische Jungs. Hundert hätte ich gebrauchen können, dazu Panzerfäuste, Handgranaten etc. – Denn entweder griffen wir früh (7. November) spätestens 8.00 bis 8.30 Uhr an, rechts und links an der Kirche vorbei, oder aber der Ami würde angreifen. So mußte das eine unterbleiben, zumal unverantwortlich, das andere trat prompt ein. Um 9.00 Uhr setzte der Gegenstoß ein.